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Das Rad von Kopenhagen

von Patti Richards MIT News Office, bearbeitet von Butch Gaudy

Politiker und Wissenschaftler versuchten letzten Dezember an der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen, Dänemark, Richtlinien zum Klimaschutz festzulegen. Derweil haben Studenten und Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge, USA, das Rad zum Gipfel entwickelt. Assaf Biderman, Co-Direktor des Sens­eable Labs des MIT hält fest: «Fahrräder sind sehr effiziente Geräte.

Besser, als sie neu zu erfinden, ist eine ein­fache, technische Verbesserung, welche es möglich macht, jedes Fahrrad zu einem intelligent reagierenden Hybrid aufzurüsten.»


Das «Copenhagen Wheel», wie es genannt wird, ist ein Hinterrad fürs Fahrrad mit einer übergrossen Radnabe. Es ist ein KERS-Rad, ein Kinetic Energy Recovery System Rad. Ein Rad mit einem Motor. Dieser Motor wandelt kinetische Energie, welche beim Bremsen frei wird, in Strom um, welcher in einer Batterie gespeichert wird und dann wieder zur Verfügung steht, wenn man ihn braucht. Ein «gescheites Rad» wie an einem Formel-1-Boliden, nur nützlicher.


Das «Copenhagen Wheel» enthält alles, was man braucht. Keine zusätzlichen Sensoren, oder elektronische Teile sind notwendig. Das Kers-Rad kann in jedes Fahr-Rad eingebaut werden. Wer weiss, wie man das Hinterrad an seinem Rad ausbaut, kann das Kopenhagen-Rad einbauen und abfahren. Nur «play» und kein «plug».

«Beim Vorwärtstreten hilft dir der Motor beim Fahren. Wenn du die Pedalen rückwärts drehst, bremst der Motor und er rekuperiert, d.h. er gewinnt Energie und gibt sie an die Batterie ab», erklärt Carlo Ratti, Direktor des Senseable City Laboratory, eine Abteilung des MIT, welche sich mit solchen Fragen auseinandersetzt wie: können nun mit diesem Rad auch «Green Miles» gesammelt werden. «Green Miles» sind vergleichbar mit «Reward Miles» für Vielflieger, nur umgekehrt: gut für die Umwelt.


Das «Copenhagen Wheel» ist voll von Ideen. Das iPhone kann über bluetooth mit dem Rad verbunden werden und die Fahrgeschwindigkeit überwachen, aber auch informieren, welche Freunde gerade in der Nähe sind und wie gut die Luft ist. Und wenn das ganze Fahrrad gestohlen wird, schickt dir sein Kopenhagen-Rad ein SMS. Im «worst-case-scenario» heisst das also: Der Dieb hat deine Batterien geladen, bevor du dein Velo wieder gefunden hast.


Es scheint so, als wäre das «Copenhagen Wheel» im Sommer 2010 erhältlich und erschwinglich. Die Kopenhagener Stadtverwaltung hat vorsorglich schon eine grosse Bestellung platziert.


Übrigens, das erste Geld zur Entwicklung des Copenhagen Wheels kam von Ducati. Plus ein bisschen zusätzlicher Unterstützung des Ita­lienischen Umwelt-Ministeriums, die haben letztes Jahr 12 Millionen Euro locker gemacht, um Radfahren in den Städten zu fördern.