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SPEEDPED

21.03.12 - Speedped - Das Meisterstück des E-Bike-Pioniers

BKtech-Mitgründer Kohlbrenner präsentiert an den Bike-Days seine Weltneuheit Speedped, lesen Sie hierzu den Interessanten Artikel in der NZZ:
Link zu Speedped Artikel in der NZZ

 

Als BKtech-Mitgründer war Philippe Kohlbrenner an der Entwicklung des E-Velos Flyer beteiligt. Jetzt legt er seine Eigenentwicklung Speedped vor.

 

map. ⋅ Philippe Kohlbrenner ist einer der prägenden Namen der Schweizer E-Bike-Entwicklung. Das Kürzel «BK» im Firmennamen des Vorläufers der Bike-Tec AG stand für «Böhlen Kohlbrenner». Die Idee, Fahrräder mit einem elektrischen Antrieb auszustatten, sowie die Batterie- und Regeltechnik waren in den Jahren 1995 bis 2001 aber noch nicht reif genug, damit die ersten E-Bikes des Typs Flyer gewinnbringend vermarktet werden konnten. «Die Investoren zogen den Stecker. Wir mussten Konkurs anmelden», beschreibt Kohlbrenner rückblickend den belastenden Moment, dem überaus arbeitsintensive Jahre vorausgegangen waren. «Danach hatte ich die Nase voll, wollte unbedingt etwas anderes machen.»

Eigenen Weg eingeschlagen

Beim Medizinaltechnikunternehmen Ypsomed nahm der gelernte Werkzeugmacher einen Job in der Entwicklungsabteilung an, den er bis 2008 ausübte. «Ich stand vor der Entscheidung, diese Arbeit bis zu meiner Pensionierung noch 20 Jahre weiterzuführen oder nochmals etwas Neues zu versuchen», sagt er. Kohlbrenner entschied sich für das Neue. Ihm war der E-Bike-Boom nicht entgangen. Er freute sich über den Erfolg des Flyers und arbeitete gar wieder einige Monate für Bike-Tec an einer Weiterentwicklung des Huttwiler Pedelecs. «Als es jedoch darum ging, Nägel mit Köpfen zu machen, winkte die Geschäftsleitung ab. Ich liess mich auszahlen und trieb meine Entwicklung selbständig voran, nach amerikanischem Muster in einer Hinterhofgarage», erklärt Kohlbrenner. Herausgekommen ist das Speedped, das punkto Sensorik, Leistungsdaten und technischer Detaillösungen alternative Wege im E-Bike-Bau beschreitet. Nur die Form des voluminösen Akkus, dessen Kasten das gesamte Hauptrahmendreieck füllt, erinnert noch an den Ur-Flyer.

 

Die Bikepeds, die Kohlbrenner an den Bike-Days in Solothurn präsentierte, machten einen serienreifen Eindruck. «Im Gegensatz zum Panasonic-Motor am Flyer, der rund 100 Einzelteile aufweist, besteht mein selber gewickelter Antrieb nur aus 3 Bestandteilen: Rotor, Stator und Pully für den Riemenantrieb», sagt er. Der kompakte, nur 1,5 Kilogramm schwere Antrieb ist im hinteren Rahmendreieck angebracht und wirkt direkt aufs Hinterrad. So bleibt der Pedalantrieb mit filigraner Kette von der Motorleistung unberührt. Beim Schalten der Getriebenabe ändert sich auch die Motorübersetzung. Der Rotor kann so stets im optimalen Drehzahlbereich arbeiten.

 

Starker Minimotor

Die Sensorik an der Tretlagerwelle misst nur die Tretkadenz und setzt den Motor in der gewünschten Unterstützungsstufe – Eco, Standard oder Sport – in Betrieb. Selbst bergauf kann man so locker pedalieren. Den Rest erledigt der 500 Watt starke Minimotor, der mit mindestens 48 Volt betrieben wird, was in der Branche bis heute einzigartig ist (Flyer: 24 V, BionX: 36 V). Die Erhöhung der Spannung bei gleicher Leistung ist so simpel wie brillant, denn so verringert sich die Stromstärke, was sich positiv auf den Wärmehaushalt von Motor und Batterie auswirkt.

 

Kohlbrenner schwört auf Lithium-Eisen-Phosphat-Akkumulatoren (LiFe-PO 4), die in China mit US-Know-how hergestellt werden. Sie sind eine Weiterentwicklung der verbreiteten Lithium-Ionen-Mangan-Batterien. «Diese Akkus liefern eine konstant stabile Spannung, sind langlebig und lassen sich erst noch schnell laden.» Nach einer Stunde an der Steckdose kommt man bereits 50 Kilometer weit. Mit dem 750-Wattstunden-Akku liegen über 150 Kilometer drin. Auch das ist ein neuer Rekord zum Preis von knapp 7000 Franken.